Olanzapin und Schwangerschaft Zwei Kasuistiken

2001 
Es wird uber zwei schizophrene Patientinnen berichtet, die beide unter der Behandlung mit Olanzapin erstmals und uberraschend gravide wurden. Beide Patientinnen hatten eine mehrjahrige Krankheitsvorgeschichte mit wiederholten Rezidiven und waren zunachst mit konventionellen Neuroleptika behandelt worden. In beiden Fallen bestand prinzipieller Kinderwunsch, und es waren jenseits des 30. Lebensjahres keine kontrazeptiven Masnahmen durchgefuhrt worden. Die Schwangerschaften traten jeweils wenige Monate nach medikamentoser Umstellung auf das Atypikum Olanzapin ein. Die Olanzapin-Behandlung wurde unverandert wahrend der komplikationslos verlaufenden Schwangerschaften beibehalten. Beide Patientinnen wurden fristgerecht von gesunden Kindern entbunden. Es ist bekannt, dass konventionelle Neuroleptika zu erhohten Prolaktinspiegeln und damit zu relativer Infertilitat fuhren konnen. Olanzapin provoziert, ahnlich wie Clozapin, i. d. R. keine nennenswert erhohten Prolaktinspiegel. Unsere Falle weisen darauf hin, dass es beim Wechsel von konventionellen auf atypische Substanzen zu uberraschenden, evtl. ungewollten, Schwangerschaften kommen kann. Patientinnen im gebarfahigen Alter sind ggf. auf die Notwendigkeit zuverlassiger Kontrazeption unter Olanzapin-Therapie hinzuweisen.
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